ZEITZEUGENINTERVIEWS »DIE MITGLIEDER DER 10. VOLKSKAMMER DER DDR«

ZEITZEUGENINTERVIEWS

»DIE MITGLIEDER DER 10. VOLKSKAMMER DER DDR«

Auftraggeber: Kommission für Geschichte des Parlamentarismus

Unter der Leitung von: Dr. Bettina Tüffers

Gefördert durch: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Unsere Leistungen: Aufnahme, Schnitt, Postproduktion von 40 Zeitzeugeninterviews, Oral-History-Transkription

Zum Projekt: Von April bis Oktober 1990 ereignet sich etwas Einmaliges in der deutschen Parlamentsgeschichte: 400 Menschen kommen größtenteils ohne jegliche politische oder parlamentarische Vorerfahrung im Palast der Republik zusammen, um einen eigenen, eben noch diktatorisch regierten, nun demokratisch gewordenen Staat abzuwickeln und die eigene Arbeit damit so schnell wie möglich überflüssig zu machen. Von 0 auf 100 lernen sie, wie ein Parlament funktioniert und Abgeordnete arbeiten. Zwei ungleiche Staaten gilt es in Windeseile einander anzugleichen in 164 Gesetzen, 93 Beschlüssen und 38 Sitzungen.

Unter medialer Dauerbegleitung werden die Abgeordneten dokumentiert und im nächsten Moment als Amateure und »Laientheater« diffamiert.

Für viele von ihnen wird diese Zeit die prägendste Erfahrung ihres Lebens. 35 Jahre später blicken die damaligen Parlamentarier zurück auf jene wilde Zeit des parlamentarischen Neubeginns. Eine Zeit, in der es galt, sich jeden Tag auf Neues einzulassen, permanent hinzuzulernen und in einer jungen Demokratie ohne gefestigte Strukturen politische Verantwortung zu übernehmen.

Die vollständigen Interviews werden von der Stiftung Aufarbeitung für die weitere Nutzung zu Forschungszwecken, für die Medien oder politische Bildungsarbeit archiviert.

Demonstranten beklebten im November 1989 die Wände des Hauses der Volkskammer in Berlin mit auf Tapeten geschriebenen Losungen wie "Demokratie jetzt und hier" (© Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-014, Foto: Ralf Hirschberger)