AUSSTELLUNG
»MÄCHTIG HEILIG – 600 Jahre Ratskapelle in Köln«
Laufzeit: Anfang September – 22. November 2026
Ort: Kölner Dom
Auftraggeber: MiQua – LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln
Unsere Leistungen: Ausstellungskonzeption, Szenografie und Ausstellungsarchitektur, Ausstellungsdesign und Grafik, Ausstellungskoordination und Projektmanagement, wissenschaftliche Redaktion der Ausstellungstexte, Bild- und Rechtemanagement, Produktionsplanung und Ausschreibung, Auf- und Abbaukoordination, Begleitpublikation
Über die Ausstellung: Am 8. September 2026 jährt sich die Weihe der Kölner Ratskapelle „St. Maria in Jerusalem“ zum 600. Mal. Aus diesem Anlass entsteht im Kölner Dom die Ausstellung „MÄCHTIG HEILIG – 600 Jahre Ratskapelle in Köln“, die die Geschichte eines außergewöhnlichen Ortes erzählt – und zugleich eine Geschichte über Macht, Religion und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen.
Die Ratskapelle war kein Neubau. Der Kölner Stadtrat ließ im 15. Jahrhundert die Synagoge der kurz zuvor ausgewiesenen jüdischen Gemeinde in seine christliche Ratskapelle umwandeln. Auf dem Fundament des ehemaligen Toraschreins wurde der Altar errichtet, auf dem das berühmte Altarbild der Stadtpatrone von Stefan Lochner stand – heute eines der bedeutendsten Kunstwerke des Kölner Doms.
Die Ausstellung erzählt von diesem historischen Moment und seinen weitreichenden Bedeutungen. Sie beleuchtet die Geschichte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Köln, die politischen und religiösen Konflikte der Zeit sowie die enge, oft ambivalente Beziehung zwischen Stadt, Dom und jüdischer Gemeinde. Zugleich zeigt sie, wie religiöse Räume und Symbole im Mittelalter politische Machtansprüche sichtbar machten.
Im Zentrum der Ausstellung steht dabei auch eine aktuelle künstlerische Position: Die Künstlerin Andrea Büttner, Gewinnerin eines internationalen Wettbewerbs, schafft im Dom eine Installation, die die historische Überlagerung des Ortes eindrücklich thematisiert. Ausstellung und Kunstwerk treten miteinander in Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf die Geschichte dieses besonderen Ortes.
Die Ausstellung folgt bewusst einem Leitgedanken: dem Nachdenken über das Zusammenleben. Sie fragt danach, wie religiöse Gemeinschaften in der Geschichte miteinander verbunden waren – durch Nähe, Konflikt, Austausch und gegenseitige Wahrnehmung – und welche Bedeutung diese Geschichte für unser heutiges Verständnis von Zusammenleben hat.
Eine eigens vom Studio Umschichten entwickelte Raum-im-Raum-Architektur lässt die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Ratskapelle im Domraum in abstrakter Form wieder erfahrbar werden. Archäologische Funde, historische Quellen, Bildwerke und digitale Medien eröffnen unterschiedliche Zugänge zu diesem vielschichtigen Kapitel Kölner Geschichte.
Eine Ausstellung vom MiQua – LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln im Kölner Dom. Konzeption, Gestaltung und Projektkoordination übernimmt musealis.

